Immobilien Forum West 2009

Premiere für das Immobilien Forum West in Innsbruck – Nationale und internationale Experten erörtern Zukunftsfragen der heimischen Immobilien-Branche: von moderner Raumplanung über Expansionsflächen für den Handel bis zum Gesundheitsstandort Haushalt

Innsbruck (5. März 2009) – Rund 150 Immobilienexperten, Architekten und Führungskräfte aus dem Handel informierten sich beim ersten Immobilien Forum West am Donnerstag in Innsbruck über die neuesten Trends der Immobilienbranche. Nationale und internationale Fachleute spannten den thematischen Bogen von Raumordnungsfragen über Energielösungen bis hin zu Wohn-Modellen für das Älterwerden in den eigenen vier Wänden.

Energiewende
„Die aktuelle Wirtschaftskrise kann auch als Chance gesehen werden, die aktuellen Zukunftsfragen des Bauens und Wohnens zu behandeln und entsprechende Wege aufzuzeigen“, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Steixner. So müsse Tirol den heimischen erneuerbaren Energieträgern den Vorzug geben. „Aus diesem Grund wird es in den nächsten zwei Jahren eine Sanierungsoffensive bei Altbauten geben. Für die Vollsanierung und die Umstellung von Öl und Gas auf erneuerbare Energie werden zusätzliche Förderungen im Gesamtausmaß von rund zehn Millionen Euro bereitgestellt“, kündigte der Energielandesrat an. Eine nachhaltige Antwort auf die Energieproblematik der Zukunft sei das Passivhaus. „In diesem Bereich verfügt Tirol über hervorragende Wissenschafter und über Vorzeigemodelle wie das Lodenareal in der Landeshauptstadt.“ Darüber hinaus gehe es darum, die Geschwindigkeit des Flächenverbrauches im Land zu verlangsamen.

„Die Idee fehlt.“
„Es hat überhaupt keinen Sinn, Allerweltsdiskussionen über Raumplanung und ihre allgemeinen Instrumente, über Kurvenradien von Straßen oder Dachformen zu führen“, sagte der Vorarlberger Architekturprofessor Dietmar Eberle, der das Wohnforum an der ETH Zürich leitet. Vielmehr gelte es, die spezifische Kultur der unterschiedlichen Regionen zu verstehen und das weitere Handeln darauf abzustimmen. Eberle: „Die ganz große Schwäche der Entwicklung gestern und heute ist es, dass allgemeine Wertvorstellungen von Wohnen und Arbeiten in die Alpenregionen implantiert worden sind. Das betrifft konkret die Flächenverbrauche und die Typologien, die Verschwendung der wichtigsten Ressource – dem Land.“

Stadt oder Dorf
Was heute in Westösterreich weitgehend fehle, sei eine durchdachte Haltung in Bezug auf die Kulturlandschaften. „Man muss sich entscheiden: Wollen wir eine Stadt oder wollen wir ein Dorf sein?“, erläuterte der Raumplanungs-Experte.

„Weiße Flecken sind rar gesät“
„In Westösterreich sind die weißen Flecken für die Expansion rar gesät“, sagte Roman Schwarzenecker von Standort + Markt. „Flächenpotenziale für Einkaufszentren gemessen an der Pkw-Erreichbarkeit gibt es zum Beispiel im Raum Lienz sowie im Raum St. Johann und Kitzbühel.“ In Zukunft werde es vermehrt zur Besetzung der Seitentäler sowie von Bezirksorten wie Schwaz oder Landeck kommen, in denen kleine Einkaufs- und Fachmarktzentren entstehen werden, meint der Experte.

Der Kunde sei bereit, für den Einkauf von mittelfristigen Gütern wie Kleidung oder Elektronik 20 Kilometer in Bezirkshauptstädte bzw. 30 Kilometer in Landeshauptstädte zu fahren. Zumindest 80 Prozent der Handelsumsätze würde innerhalb von 20 Kilometer lukriert, hat Standort + Markt errechnet. „Die Bevölkerungsdichte rund um eine Handelsdestination ist entscheidend, das Hinterland ist die Butter aufs Brot“, verdeutlichte Schwarzenecker.

Vom Null-Energie-Haus zum EKZ der Zukunft
Weitere Programm-Highlights: Im Wohnbau-Modul stellte Michael Paula vom Projekt „Haus der Zukunft“ den Weg vom Null-Energiehaus zum Plus-Energiehaus vor. Energiesparkonzepte der Zukunft präsentierte Salzburg-Wohnbau-Geschäftsführer Roland Wernik. Klaus Lugger von der Neue Heimat Tirol analysierte, wie leistbares Wohnen in einer alpinen Umgebung wie Innsbruck gesichert werden kann. Der deutsche Forscher Reiner Wichert von der Fraunhofer Allianz Ambient Assisted Living erörterte technische Lösungen für den Gesundheitsstandort Haushalt.

Im Handelsmodul präsentierte Ekazent-Geschäftsführer Kurt Schneider das Einkaufszentrum der Zukunft. Hornbach-Immobilien-Vorstand Manfred Kummer skizzierte die Expansionsstrategie der deutschen Baumarktkette. Peter Breuss, technischer Direktor der Rewe Austria, sprach über moderne Energiekonzepte für Supermärkte. Den Baustoff Holz nahmen Architekt Helmut Reitter und Unternehmer Karl Schafferer unter die Lupe.

 


Ulrich Müller (wiko), Hypo-Chef Hannes Gruber, Energielandesrat Anton Steixner, Roman Schwarzenecker (Standort + Markt) und Prof. Dietmar Eberle

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Architekturprofessor Dietmar Eberle

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Volles Haus: Rund 150 Immobilienexperten, Architekten und Führungskräfte aus dem Handel informierten sich beim ersten Immobilien Forum West.

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