9. Immobilien Forum West: Dichte braucht Qualität

Experten forderten bei der Fachveranstaltung in Innsbruck, nicht nur die bauliche, sondern auch die soziale Dichte zu berücksichtigen.

 

Wie viel Raum, aber auch wie viel Dichte werden unsere Städte und Dörfer in Zukunft benötigen? Wie kann flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert werden? Und wie können die BürgerInnen in die Entwicklung von Projekten eingebunden werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 9. Immobilien Forum West in Innsbruck, das von Landesrat Johannes Tratter eröffnet wurde.

„Verdichtung ist weder ein Schreckgespenst noch ein Allheilmittel“, betonte Innsbrucks oberster Stadtplaner Wolfgang Andexlinger in seinem Vortrag. Der Kommunikation komme ein großer Stellenwert zu. „Die Kommunikation bei Verdichtungsprojekten muss verbessert werden. Es gilt, in einem offen geführten Dialog mit der Bevölkerung Ängste zu nehmen und Befürchtungen abzubauen.“

Nicht auf dem Reißbrett
Verdichtung sei auch im sozialen Wohnbau das Gebot der Stunde, erklärte Hannes Gschwentner, Direktor der Neuen Heimat Tirol. „Ein Erfolgsfaktor ist die Kommunikation mit den Bestandsmietern.“ Stefan Siedentop vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund erläuterte, dass Verdichtung strategische Planung benötige. Siedentop: „Erfolgreiche Verdichtung entsteht nicht auf dem Reißbrett, sondern als partizipativ entwickelte strategische Vision.“ Dazu müsste man auch die Potenziale des Umlandes mobilisieren und über die Stadtgrenzen hinaus denken.

Wie viel Verdichtung braucht nun Tirol? In einer Talkrunde diskutierten die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Gemeindeverbands-Präsident Ernst Schöpf, Innsbrucks Planungsstadtrat Gerhard Fritz, Harald Gohm (Standortagentur Tirol) und Hanno Vogl-Fernheim, Präsident der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten. „Neben der baulichen Dichte müssen wir vor allem über soziale Dichte nachdenken“, sagte Vogl-Fernheim.

Soziale Mischung fördern
Architekt Patrick Lüth stellte die Arbeit des Büros Snøhetta vor. Das Büro, das u.a. die Oper in Oslo geplant hat, gab Einblicke in die Philosophie des international tätigen Unternehmens, das in Tirol jüngst die „Vision Wattens“ entwickelt hat. Wiens Stadtbaudirektorin Brigitte Jilka zeigte Trends im Städtebau auf. Heinz Fassmann (Universität Wien) beleuchtete, welche Auswirkungen die Zuwanderung auf den Immobilienbereich hat. Fassmann: „Österreich braucht einen Wohnungsneubau zu leistbaren Preisen. Dabei sollte man die Fehler der Vergangenheit vermeiden – Stichwort homogene Großwohnanlagen – und die ethnische und soziale Mischung fördern.“

Über das Immobilien Forum West
Das Immobilien Forum West ist eine Veranstaltung des Beratungsunternehmens wikopreventk, das auf die Geschäftsfelder Projektkommunikation, Krisenkommunikation, Litigation Communications, Kommunikationsprozesse sowie Unternehmens- und Organisationskommunikation spezialisiert ist. Das Immobilien Forum West findet abwechselnd in Innsbruck und Bregenz statt.

Partner 2017 waren die Landesinnung Bau, die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder sowie die Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Tirol, die Neue Heimat Tirol, die Standortagentur Tirol, die IKB, die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg und der Österreichische Städtebund, Landesgruppe Tirol.

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