Immobilien Forum West 2013 in Innsbruck

 Rund 150 Fachbesucher aus Tirol und Vorarlberg bekamen beim 5. Immobilien Forum West am 7. März 2013 in Innsbruck fundierte Einblicke in die Zukunft der Innenstädte. „Die Stadt von morgen muss kompakt sein und über ein hochqualitatives und öffentliches Transportsystem verfügen“, erklärte Keynote-Speaker Kees Christiaanse, Professor für Architektur und Städtebau an der ETH Zürich und ergänzte: „Monofunktionelle Stadtviertel sind unbedingt zu vermeiden.“ In Europa gehe der Trend zu einer Stadtsteuerungskultur, die starre Bauordnung ablöst. „Städte machen nicht mehr fixe, legislative Bau- und Zonenordnungen, in der alles festgeklopft wird. Stattdessen setzt man auf globalere Strukturvisionen, denen ein politischer Konsens zugrunde liegt.“ Außerdem werde es immer wichtiger, Städtebauprozesse zu moderieren.

Tirols Landesrat Johannes Tratter forderte eine Verdichtung nach innen und sprach sich für lebendige Ortskerne und Innenstädte mit attraktiver Infrastruktur aus: „Diese sind heute mehr denn je eine notwendige Alternative zum Flächenverbrauch auf der grünen Wiese.“

Stadtplaner Gerhard Doblhamer sieht die Raumplanung in der Pflicht: „Innenstadt und Peripherie dürfen nicht länger gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen sich ergänzen.“ Auch er meinte, dass die Städte wieder kompakter werden müssen. Das Gegeneinander zwischen Kernstädten und Speckgürtelgemeinden sollte überwunden werden. „Das kann beispielsweise durch eine grenzüberschreitende örtliche Raumplanung erzielt werden, die verbindlich ist“, erläuterte Doblhamer.

Christian Huttenloher, Generalsekretär des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung präsentierte eine aktuelle Studie zur Wirkung von Einkaufszentren in der Innenstadt. Hannes Lindner, Geschäftsführer Standort + Markt stellte die Frage, ob die Belebung der Innenstädte durch EKZ ein Märchen sei.

Wie die heimischen Städte energieeffizienter werden, analysierte Universitätsprofessor Wolfgang Streicher. „Gerade mit Blick auf die Mobilität und die Gebäudestruktur eignen sich Städte aufgrund ihrer Dichte hervorragend für die Erhöhung der Energieeffizienz“, sagte der Experte.

Die Fraunhofer-Initiative Morgenstadt stellte Steffen Braun vor. „Die Stadt von morgen wird in unserer Vision nahezu keine CO2-Emissionen mehr verursachen. Außerdem sind die Städte der Nährboden für den Wandel zur Elektromobilität.“ Im Innovationsnetzwerk Morgenstadt: City Insights forschen aktuell zwölf Fraunhofer-Institute an sieben Themen: Energie, Gebäude, Produktion und Logistik, Mobilität und Verkehr, Information und Kommunikation, urbane Prozesse und Organisation sowie Sicherheit und Schutz.

Der direkte Austausch mit den Referenten stand bei den Thementischen im Mittelpunkt. Dort war die energieeffiziente Versorgung von Gebäuden ebenso Thema wie der kritische Erfolgsfaktor Projektkommunikation oder die Belebung von Innenstädten durch Lebensmittelmärkte.

 

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